Schlickerguss
Das Schlickergießen ist ein keramisches Formgebungsverfahren, bei dem flüssiger Ton – der sogenannte Schlicker – in eine poröse Form gegossen wird, um keramische Objekte herzustellen. Die Form entzieht dem Schlicker Feuchtigkeit, wodurch sich an der Innenwand der Form eine feste Tonschicht bildet.
Bei diesem Verfahren wird der Schlicker in eine meist aus Gips gefertigte Form gegossen. Während der Gips dem Schlicker Wasser entzieht, bildet sich allmählich eine feste Tonschicht an den Formwänden. Sobald die gewünschte Wandstärke erreicht ist, wird der überschüssige flüssige Schlicker ausgegossen. Anschließend lässt man den hohlen Tonkörper anziehen, bevor er aus der Form genommen wird.
Das Schlickergussverfahren ermöglicht die Herstellung komplexer Formen, die sich mittels Handaufbau oder auf der Töpferscheibe nur schwer realisieren ließen. Zudem erlaubt das Verfahren eine gleichbleibende Reproduktion der Formen und eignet sich somit sowohl für die Kleinserienfertigung in der Werkstatt als auch für größere Produktionsprozesse.
Nach der Entnahme aus der Form wird das Gussteil üblicherweise nachbearbeitet und verfeinert, bevor es getrocknet, glasiert und gebrannt wird. Das Schlickergussverfahren findet breite Anwendung in der Porzellanherstellung sowie bei der Fertigung detailreicher Keramikobjekte wie Figuren, Gefäße und Dekorationselemente.
Obwohl viele traditionelle japanische Keramiken von Hand oder auf der Töpferscheibe geformt werden, kommt bei der Herstellung bestimmter Porzellan- und moderner Keramikprodukte auch das Schlickergussverfahren zum Einsatz.